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Schwerpunktbereich 2: Transnationales Zivilrecht

[ehemals Schwerpunktbereich 1 b): Europäisches und Internationales Privat- und Verfahrensrecht]

I. Grundlagen des Schwerpunktbereiches

Das Internationale Privatrecht (IPR, sog. Kollisionsrecht), beantwortet die Frage, welches (staatliche) Sachrecht in einem zivilrechtlichen Fall mit Auslandsberührung anzuwenden ist. Im deutschen Recht ist das IPR im Wesentlichen in den Art. 3-46d EGBGB positiv geregelt, richterrechtlich bestimmt (z.B. die Stellvertretung oder das Gesellschaftsrecht) und in Einzelvorschriften verstreut (z.B. § 32b UrhG oder §§ 335 ff. InsO). In einigen Bereichen wird es durch vorrangig geltendes Unionsrecht (insbesondere durch die sog. Rom-VOen) und durch die ebenfalls vorrangig geltenden Staatsverträge ergänzt und verdrängt (bspw. CISG). Neben der Bestimmung des anwendbaren Rechts geht es bei auslandsverknüpften Sachverhalten auch um prozessuale Fragen (etwa um die internationale Zuständigkeit der deutschen Gerichte; um die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Urteile im Inland u.a.). 

Die Bezeichnung als transnationales Recht zeigt an, dass sich neben den Grundlagen des IPR und des IZVR auch Netzwerke bzw. zwischenstaatliche Kooperationsformen herausgebildet haben, die für den grenzüberschreitenden Rechtsverkehr Bedeutung haben (lex mercatoria, lex sportiva). Das gilt auch für völkerrechtliche Fragen, die sich auf den Zivilrechtsverkehr auswirken (etwa Immunität, Gegenseitigkeit u.a.).

Gegenstand des Schwerpunktbereichs ist nicht die Auseinandersetzung mit fremden nationalen Rechtsordnungen (Rechtsvergleichung), sondern die aus deutscher und europäischer Sicht geltenden Methoden zur Bestimmung desjenigen nationalen Rechts, das auf den jeweils streitigen Sachverhalt angewendet werden kann. Auch die zivilverfahrensrechtlichen Besonderheiten betreffen die inländische Sicht auf Sachverhalte mit Auslandsbezügen.

II. Lehrinhalte

Vorlesung "Internationales Privatrecht (Grundzüge)" 2 SWS Nach einer Einführung in die Geschichte, die Methodik und die allgemeinen Rechtsinstitute des IPR werden die heutigen Quellen des IPR (EGBGB, Rom-VOen, Staatsverträge) näher behandelt. Ferner erfolgt ein Überblick über die Hauptanknüpfungen, die europa- und völkerrechtliche Einflüsse sowie die Grundlagen der Rechtsvereinheitlichung.
Vorlesung "Europäisches und Internationales Zivilverfahrensrecht" 2 SWS Gegenstand der Vorlesung sind die Gerichtsbarkeit, die internationale Zuständigkeit und die Beachtung ausländischer Rechtshängigkeit. Behandelt werden ferner die Anerkennung und Vollstreckung ausländischer Entscheidungen. Darüber hinaus werden die Besonderheiten im Erkenntnisverfahren bei Auslandsfällen näher aufgezeigt. Die Vorlesung schließt mit einem Überblick über europäische Rechtsinstrumente und die internationale Zustellung ab.
Vorlesung "Transnationales Vertragsrecht" 2 SWS Die Vorlesung befasst sich mit dem Vertragsrecht unter dem Gesichtspunkt grenzüberschreitender Bezüge. Nach einer Einführung in die Rechtsquellen, die Entstehung und die Strukturen transnationalen Rechts, steht das Kollisionsrecht für vertragliche Schuldverhältnisse (Rom I-VO) und die damit verbundenen Fragen der Vertragsgestaltung (Rechtswahl, Gerichtsstands- und Schiedsvereinbarungen) im Mittelpunkt der Vorlesung. Sodann wird das Europäische und völkervertragliche Einheitsvertragsrecht an Hand ausgewählter Beispiele (Transportrecht, u.a.) einschließlich handelsrechtlicher Bezüge (lex mercatoria) dargestellt. Auch private Rechtssetzungen und das grenzüberschreitende Verbandsrecht werden am Beispiel des organisierten Sports (lex sportiva) erörtert.
Vorlesung "Transnationales Haftungsrecht" 2 SWS Die Vorlesung befasst sich mit dem Haftungsrecht unter dem Gesichtspunkt grenzüberschreitender Bezüge. Nach einer Einführung in die Rechtsquellen steht das Kollisionsrecht für außervertragliche Schuldverhältnisse (Rom II-VO) und die damit verbundenen Fragen der prozessualen Geltendmachung (Rechtswahl, Gerichtsstands- und Schiedsvereinbarungen) im Mittelpunkt der Vorlesung. Sodann wird das Europäische und völkervertragliche Einheitsdeliktsrecht an Hand ausgewählter Beispiele behandelt, insbesondere werden die Haftungsgrundsätze, Schadensbemessung und Geltendmachung von Schäden dargestellt.
(Probe-)Seminar* 4 SWS Das Seminar behandelt Fragestellungen aus dem Bereich des europäischen und internationalen Privat- und Verfahrensrechts. Das Seminar wird als Blockseminar abgehalten. Die Themenliste wird gesondert vor Semesterbeginn auf der Homepage und am Schwarzen Brett des Lehrstuhls bekannt gegeben. Die schriftlichen Arbeiten sind spätestens 1 Woche vor dem Seminar in zweifacher Ausfertigung sowie als PDF abzugeben. Sie werden im Seminar referiert und diskutiert. Begleitend sind ein Thesenpapier sowie ein Textblatt der zugrundeliegenden Gesetze zu verteilen.
Übung im Internationalen Privatrecht** 2 SWS Ziel dieser Übung ist, die Studierenden zu befähigen, Privatrechtsfälle mit Auslandsberührung zu lösen. Gleichzeitig sollen die Kenntnisse zum Allgemeinen und Besonderen Teil des IPR sowie zum Internationalen Zivilverfahrenssrecht vertieft werden.
gesamt: 14 SWS

*Der Seminarschein wird erteilt, wenn die Seminararbeit unter Berücksichtigung von Vortrag und Diskussion mit mindestens 4 Punkten bewertet wurde. Es besteht zudem die Möglichkeit, die Probeseminararbeit als Bachelorarbeit anerkennen zu lassen.

**Der Übungsschein wird erteilt, wenn zwei von vier der gestellten dreistündigen Übungsklausuren mit jeweils 4 Punkten bestanden wurden.

Diese Scheine dienen als Leistungsnachweis, der u.a. für die Zulassung zur Schwerpunktbereichsprüfung erforderlich ist.

III. Lehrende

  • Prof. Dr. Götz Schulze
  • Prof. Dr. Marianne Andrae
  • Prof. Dr. Rolf Wagner

IV. Verlaufsplan

Im Sommer- und Wintersemester wird immer ein Seminar und die Übung im Internationalen Privatrecht angeboten.

Wintersemester (5. Fachsemester)

  • Vorlesung "Internationales Privatrecht – Grundzüge" bei Prof. Dr. Götz Schulze
  • Vorlesung "Europäisches und Internationales Zivilverfahrensrecht" bei Prof. Dr. Rolf Wagner
  • Seminar bei Prof. Dr. Götz Schulze
  • Übung im Internationalen Privatrecht bei Prof. Dr. Marianne Andrae

Sommersemester (4. Fachsemester)

  • Vorlesung "Transnationales Vertragsrecht" bei Prof. Dr. Götz Schulze
  • Vorlesung "Transnationales Haftungsrecht" bei Prof. Dr. Rolf Wagner
  • (Probe-)Seminar bei Prof. Dr. Götz Schulze
  • Übung im Internationalen Privatrecht bei Prof. Dr. Marianne Andrae

Wintersemester (5. Fachsemester)

  • Vorlesung "Internationales Privatrecht – Grundzüge" bei Prof. Dr. Götz Schulze
  • Vorlesung "Europäisches und Internationales Zivilverfahrensrecht" bei Prof. Dr. Rolf Wagner
  • Seminar bei Prof. Dr. Götz Schulze
  • Übung im Internationalen Privatrecht bei Prof. Dr. Marianne Andrae

V. Zugelassene Hilfsmittel bei der Klausur

  • Jayme/Hausmann, Textausgabe Internationales Privat- und Verfahrensrecht
  • wahlweise (anststelle des Schönfelders, Deutsche Gesetze) Nomos: Zivilrecht – Wirtschaftsrecht

VI. Allgemeine Informationen zur Schwerpunktbereichsprüfung

Die Schwerpunktbereichsprüfung setzt sich aus zwei Prüfungsbestandteilen zusammen:

  • 1 Hausarbeit mit Vortrag (60 %)
  • 1 fünfstündige Klausur (40 %)

Weitere Einzelheiten können Sie hier abrufen.

Bei Fragen und Problemen rund um den Schwerpunktbereich 2 wenden Sie sich gerne direkt an die akademischen Mitarbeiter/innen dieses Lehrstuhls.

Für organisatorische Fragen (Termine und Fristen; Anmeldung zu den Prüfungen; Statistiken; etc.) wenden Sie dich direkt an das Büro für Studien- und Prüfungsangelegenheiten der Juristischen Fakultät wenden: 

Frau Heike Koernig
Campus Griebnitzsee, Raum Haus 6, Raum 0.07
0331 / 977 - 3439
koernig@uni-potsdam.nomorespam.de

Öffnungszeiten: 

Die Öffnungszeiten stehen Studierenden zur Verfügung, die vor Ort eine persönliche Beratung in Anspruch nehmen wollen. Telefonanrufe werden während eines persönlichen Gesprächs nicht entgegen genommen. Für telefonische Beratungen stehen die Zeiten außerhalb der persönlichen Gespräche zur Verfügung.

WochentagVormittagNachmittag
Montag10-12 Uhr
Dienstag13-15 Uhr
Mittwoch
Donnerstag10-12 Uhr
Freitag10-12 Uhr