uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Ausstellung „NS-Raubgut im Bestand der Universitätsbibliothek Potsdam“

 

Foto: Drost/UP

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Bibliothek im Innenfoyer des IKMZ Golm zu sehen. 

Laufzeit der Ausstellung: 23.06.2017 bis 28.10.2017

Seit 2014 werden mehr als 5.000 Bücher aus dem Judaica-Bestand der Universitätsbibliothek Potsdam (UB) untersucht, die im Verdacht stehen, NS-Raubgut oder Beutegut zu sein. Die Ausstellung gibt anhand ausgewählter Bücher einen kursorischen Einblick in die Vielschichtigkeit des Forschungsprojektes.

Bücher, die zwischen 1933 und 1945 durch den NS-Staat enteignet wurden oder bei der Emigration zurückgelassen wurden, werden als NS-Raubgut bezeichnet. Bücher oder Kunstwerke, die außerhalb des Deutschen Reiches infolge von Kriegshandlungen beschlagnahmt wurden, werden als Beutegut bezeichnet.

Nach dem Zusammenbruch des NS-Staates gelangten diese Bestände zum größten Teil in den antiquarischen Handel oder verblieben unentdeckt in privaten oder öffentlichen Bibliotheken. Erst die 1998 verabschiedete Washington Conference Principles on Nazi-Confiscated Art und 1999 die Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände machte den Weg frei, um systematisch nach NS-Raubgut zu forschen und betroffene Gegenstände zu restituieren.

Nach 1995 gelangten drei Gelehrtenbibliotheken in den Bestand der Universität, die dem Aufbau eines Buchbestandes für den interdisziplinären Studiengang Jüdischen Studien dienten. In diesen findet sich ein nicht geringer Teil von Exemplaren, die als NS-Raubgut identifiziert werden konnten. Hebräische und jiddische Buchtitel und Provenienzmerkmale (Hinweise auf die Herkunft) machen den Hauptteil der zu untersuchenden Bestände aus. Die Forschungsergebnisse werden in der kooperativen Datenbank Looted Cultural Assets (LCA) eingepflegt und sind online recherchierbar. 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Dr. Andreas Kennecke: 0331-997 2533 oder kennecke@uni-potsdam.nomorespam.de

Foto: Drost/UP