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Victoria Müller

Referentin beim WWF Deutschland

Mentee von März 2007 bis Februar 2008

Mentorin: Dr. Ines Hildebrandt, Referentin in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg

Studium und Abschluss: Diplom Politikwissenschaft in Potsdam

aktuelle berufliche Position und Firma/Institution: Referentin beim WWF Deutschland

wichtigste berufliche Stationen: AGABY e.V., SIGOS GmbH, WWF Deutschland

Was liebst du im Leben, was ist dein ganz persönliches Lebensmotto? Ich mag es, aktiv zu sein, ob bei der Arbeit, mit meinen Freunden oder beim Sport. Mir ist ein Job wichtig, der mich fordert, bei dem ich immer wieder Neues lernen und mit verschiedenen Menschen zusammenarbeiten kann. Menschen, die sich für viele Dinge begeistern und etwas von ihrem Leben und ihren Erfahrungen erzählen, finde ich toll, denn ich liebe es im Gespräch mit anderen zu sein. Deshalb unternehme ich viel mit meinen Freunden, mache Mannschaftssport, jeden Abend zu Hause sitzen ist definitiv nichts für mich.

Wenn du dich an deine Studienzeit zurück erinnerst, welche Vorstellungen vom Berufseinstieg hattest du?

Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, ob und wo ich einen Job finde, der mir Spaß macht. Und ich hatte Zweifel, ob mein Abschluss und meine Praktika gut genug sind. Konkrete Vorstellungen, wie das mit dem Berufseinstieg genau laufen wird, hatte ich nicht. Vielleicht war das aber auch ganz gut so. Mir hat es sehr geholfen, mich während des Bewerbungsprozesses mit guten Freunden auszutauschen, dazu gehörte insbesondere auch meine Mentorin.

Womit konntest du bei deinem Berufseinstieg am meisten punkten?

Ich bin wirklich überzeugt, dass Offenheit und Begeisterungsfähigkeit extrem wichtig sind. Bei einem Vorstellungsgespräch habe ich wörtlich gesagt „dass ich auf den Job Bock hätte“ (und habe das natürlich noch begründet). In einem anderen Gespräch habe ich, als ich eine Frage nicht beantworten konnte, direkt gesagt, dass ich die Antwort nicht weiß. In beiden Fällen habe ich die Zusage bekommen (es brauchte natürlich mehr als das, um zu überzeugen ;-)). Ich glaube, dass Fachkenntnisse und Berufserfahrung wohl wichtig sind – wenn aber mein Gegenüber den Eindruck hat, dass ich mich nicht wirklich für die Stelle interessiere, dann helfen auch diese nicht weiter.

Wie holprig oder geradlinig ging es nach dem Berufseinstieg weiter?

Zunächst einmal habe ich bei einem Migrantenverein gearbeitet als Mitarbeiterin für Projekte zu den Themen Integration und Bürgerschaftliches Engagement. Das war schon sehr nah an meinem Studium dran, Projekte konzipieren und durchführen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, politische Kampagnen, Positionspapiere schreiben, Projektmittel verwalten. Da wir ein kleines Team waren und meine Vorgesetzten mir viele Dinge übertragen haben, habe ich wahnsinnig viel gelernt. Der erste Wechsel war dann auf den ersten Blick ein ziemlicher Bruch: ich habe als Abteilungsassistentin in einem Telekommunikationsunternehmen angefangen. Ich hatte jedoch im Lauf der Jahre gemerkt, dass ich ganz gerne mit Zahlen arbeite. Die Stelle war viel mehr als eine Assistenzstelle, ich war die Schnittstelle zwischen Projektmanagement und Finanzabteilung und habe Berichte und Statistiken erstellt für die Abteilungs- und Geschäftsleitung. Jetzt beim WWF kann ich die Erfahrungen aus beiden Jobs verbinden. Als Referentin für kaufmännische Projektentwicklung kümmere ich mich um die Zahlen und bin wieder etwas näher dran an politischen Themen. Von daher schließt sich hier wieder der Kreis.

Gab es Krisen oder Rückschläge? Was/wer hat dir bei der Bewältigung dieser geholfen?

Selbstverständlich gab es Krisen - die erscheinen mir im Rückblick aber oft gar nicht mehr so schlimm. So wollte ich nach dem Studium zum Beispiel unbedingt in Berlin bleiben. Für den ersten Job habe ich dann einige Zugeständnisse gemacht: nach Nürnberg ziehen und eine befristete Teilzeitstelle. Ich habe aber abgewogen und dachte, dass dieser Job ein Einstieg sein könnte. Doch komplett neu anfangen in einer Stadt, in der ich niemanden kenne, war ziemlich schwer für mich. Da habe ich oft gezweifelt, ob das die richtige Entscheidung war. Da mein Vertrag nur befristet war, habe ich mich immer wieder mal beworben, habe aber oft keine Rückmeldung oder eine Absage erhalten. Das kratzte am Selbstvertrauen. Geholfen hat mir, darüber zu reden und mich auf die guten Dinge zu konzentrieren, die es ja auch gab.

 

Hast du noch Kontakt zu deiner Mentorin? Wenn ja, wie sieht dieser aus und wie profitierst du noch immer daraus?

Zu meiner Mentorin, Ines Hildebrandt, hatte ich von Anfang an einen super Draht. Wir haben uns regelmäßig getroffen und auch als ich mehrere Monate im Ausland war, hatten wir immer Kontakt. 2008 bin ich nach dem Studium für meinen ersten Job nach Nürnberg gezogen. Und obwohl ich acht Jahre dort war (und sie in Berlin), haben wir regelmäßig telefoniert, geschrieben und uns besucht. Auch im Urlaub waren wir schon zusammen. Ines gehört seit langem zu meinen allerengsten Freundinnen und sie gehört zu den ersten, mit denen ich wichtige Entscheidungen bespreche. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass ich jetzt wieder in Berlin bin und wir uns oft sehen können. Dass sich unsere Mentoring-Beziehung zu einer Freundschaft entwickelt hat, war nicht nur Glück und passende Chemie. Es lag meiner Meinung nach auch daran, dass wir uns viel Zeit nehmen konnten und immer verbindlich waren.

Hast du „sonst noch Wünsche?

Ich wünsche mir, dass wir Frauen viel mehr Selbstvertrauen haben und das auch zeigen.

(Dezember 2016)