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Sonja Bock

Mutter

Mentee von März 2007 bis Februar 2008

Mentor: Markus Ohlhauser, Museumsverband des Landes Brandenburg e.V.

Studium und Abschluss: Volkswirtschaftslehre sozialwissenschaftlicher Richtung, Diplom VWL soz.

Aktuelle Tätigkeit: Vollzeit-Mama

Wichtigste berufliche Stationen: Trainee bei der Deutschen Bank in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, London und Stuttgart (2008), Firmenkundenbetreuerin für Mittelständische Unternehmen bei der Deutschen Bank in Stuttgart und Esslingen (2009-2013), Firmenkundenbetreuerin für Multinationale Unternehmen bei der Lloyds Bank in Frankfurt/Main (2014-2015)

Was ist dein ganz persönliches Lebensmotto, wofür schlägt dein Herz? Ich möchte sagen, dass ich Bewegung brauche. Bewegung ist für mich elementar. Lebensnotwendig gar. Ob körperlich, in Gedanken oder im Geiste. Stehen bleiben oder still stehen sind mir ein Graus, auch wenn ich sehr gerne in der Stille bin. Sobald ich mal in so einer Situation bin, aktiviere ich meine Energie, um wieder in die Bewegung zu kommen, was nicht zu oft vorkommt.

Eine andere Sache, die ich hoch halte, ist die Freude, gewohnte Sachen mal anders zu machen. Ich habe Lust am Entdecken der Welt, des Menschen und seiner Geheimnisse. Reisen, auch in „Schurkenländer“ (Syrien, Türkei, Ägypten, Mexiko, USA – haha, uvm.) hat mir immer wieder gezeigt, dass trotz all der Vorurteile in unseren Köpfen viel mehr Gastfreundschaft vorherrscht, dass eine alleinreisende Backpackerin immer Unterschlupf, eine helfende Hand oder eine unaufgeforderte Nachfrage nach dem Wohlbefinden erhält. Durch meine Entdeckung der Welt sind viele ungerechtfertigte Vorurteile (meist durch die Medien kreiert) verschwunden bzw. zurechtgerückt worden. Nicht nur bei mir, sondern auch in meinem Umfeld. So habe ich auch bei der Teilnahme an dem Mentoring-Programm viele unterschiedliche Menschen kennenlernen dürfen, habe mit ihnen Tage in Seminaren verbracht, ihre Sichtweisen erfahren und wurde dadurch sehr bereichert. Genauso ging es mir mit meinem Mentor, mit dem ich immer noch in Kontakt bin. Ach ja, und ein Spruch, der mich immer begleitet, ist: „Nach Regen kommt Sonne“ und manchmal muss man auch mal „lächeln und sich durchstrampeln“.   

Wenn du dich an deine Studienzeit zurück erinnerst, welche Vorstellungen vom Berufseinstieg hattest du?

Mein Studium der Volkswirtschaftslehre mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung hat mir sehr viel Freude gemacht. Interdisziplinär, also bereichsübergreifend, wurden viele Fragestellungen des Wirtschaftens/Lebens aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Das Studium war herausfordernd, spannend und bereichernd. Aber oft habe ich mir die Frage gestellt, was ich mit dieser Fachkombination Volkswirtschaftslehre, Soziologie, Politik und Verwaltung später nur machen soll. Für die Politik fühlte ich mich viel zu jung, in vielerlei Hinsicht.

Während der Bewerbungsphase habe ich etwa zehn Bewerbungen geschrieben, meistens für Stellen, die mich nur halb interessiert haben, oder die zwar passend zu meinem Profil waren, jedoch keinen Reiz für mich darstellten.

Aber dann war ich als Wirtschaftswissenschaftlerin gegen Ende meines Studiums auf dem Absolventenkongress in Köln, auf der größten Messe für Absolventen der Wiwis in Deutschland. Dort sprach ich an den jeweiligen Ständen gezielt mit Unternehmen, die mein Interesse im Vorfeld am meisten geweckt haben. Es wurde sehr schnell klar, wofür ich mich begeistere, denn jeder Stand, also jedes Unternehmen, hat seinen eigenen Spirit. Da merkt man schnell, vor allem im Vergleich, was einem am meisten zusagt, bzw. wo man am besten reinpasst.

Im Rückblick muss ich sagen, dass der Wechsel von Studium zu Beruf und der Bewerbungsprozess schon sehr nervenaufreibend waren. Jedoch lohnt es sich, Geduld an den Tag zu legen und nicht das erstbeste oder irgendein halbinteressantes Angebot anzunehmen, sondern darauf zu vertrauen, dass sich die richtige und interessante Chance bieten wird.

So landete ich direkt nach meinem Studium als Trainee bei der Deutschen Bank AG im Bereich Global Banking, wo ich für die Firmenkundenbetreuung des deutschen Mittelstandes fit gemacht wurde. Ich fing an, wo ich wohnte - in Berlin - und war innerhalb des ersten Jahres noch in Düsseldorf, Frankfurt, London und Stuttgart in verschiedenen Abteilungen und Teams.

Hast du noch Kontakt zu deinem Mentor? Wenn ja, wie sieht dieser aus und wie profitierst du immer noch daraus?

Mit Markus Ohlhauser habe ich seit dem Mentoring-Programm bis heute noch Kontakt. Bereits während des Mentoring-Programms stand er mir bei vielen Fragenstellungen und meinen Visionen zur Seite und hatte immer einen pragmatischen Rat für mich. Manchmal hat er mir auch den „Kopf gewaschen“. Durch ihn stellten sich schnell einige Weichen neu, wofür ich ihm sehr dankbar bin. So konnte ich mich zu Beginn des Mentoring-Programms wirklich auf den Abschluss meines Studiums konzentrieren und habe mich nicht mit unnötigen Nebenaufgaben verzettelt.

Sehr dankbar bin ich ihm jetzt noch für die intensive Zeit, in der ich meine Diplomarbeit schrieb. Er stand mir tapfer zur Seite, redigierte Satz um Satz jedes Kapitels. Er hinterfragte kritisch, so dass ich am Ende eine Diplomarbeit abgeliefert habe, in der das stand, was ich auch rüberbringen wollte. Ein voller Erfolg.

Nach der Mentoring-Zeit trafen wir uns weiterhin immer wieder in Berlin, wenn ich mal einen Abstecher machte. Er besuchte mich aber auch auf Reisen in Stuttgart, wo wir 2010 das legendäre Fußballspiel Deutschland gegen Argentinien bei Sonnenschein in einem Biergarten mit vielen weiteren Fans schauten. Er blieb über das Programm hinaus mein Mentor in vielen anderen Themen. Und mit der Zeit habe auch ich ihm immer wieder Impulse aus meiner „jüngeren“ Sicht geben können. Aus dem Mentor ist ein guter Freund geworden, mit dem ich nunmehr öfters telefoniere und mich immer auf den Austausch freue.

Hast du „sonst noch Wünsche?“

Klar habe ich sonst noch Wünsche. Das ist die Triebfeder für die Zukunft und die eigene Weiterentwicklung!

In meiner aktuellen Tätigkeit als Vollzeit-Mama eines wunderbar neugierigen Sohnes und mit der langjährigen Erfahrung aus meinen Jobs in der Finanzbranche wünsche ich mir, dass wir alle unsere aktuellen Aufgaben mehr mit Herzblut erledigen und mit Freude machen. Oft sind wir in einem Spannungsfeld, ob das der richtige Weg ist, ob ich den Job wechseln soll, weil die Gehaltschancen besser sind oder ob ich als Mama nach sechs Monaten wieder zurück in den Job soll, um mir meine Karrierechancen nicht zu versauen oder mir doch drei Jahre Zeit lassen soll. Ich glaube, egal auf was auch immer die Entscheidung fällt, man diesen Weg mit voller Überzeugung gehen sollte. Für jeden ist das was anderes. Klar, für alles gibt es eine Zeit und manchmal kommt eine Zeit nicht wieder. Also genießt mehr den Moment! 

(Januar 2017)