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Fehler bei der Gründung? – Neujahrsempfang widmete sich auch eigener Geschichte der Universität

Der Saal war nahezu voll besetzt. Auch diesmal kamen zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sowie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschule zum Neujahrsempfang der Universität Potsdam an deren Standort Griebnitzsee. Ihr Präsident, Prof. Oliver Günther, Ph.D., hieß das Publikum herzlich willkommen. Bevor er selbst über Erfolge und Entwicklungen im letzten Jahr sprach, bat er jedoch Gastredner Prof. Dr. Manfred Görtemaker ans Mikrofon. Sein Festvortrag in der Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr der Alma Mater stand unter dem Thema „25 Jahre Universität Potsdam“.

Der Wissenschaftler bezog sich dabei insbesondere auf die Gründungsphase der Einrichtung. Da sich die Universität heute in der deutschen und internationalen Wissenschaftslandschaft fest etabliert habe, könnten nun auch jene Aspekte deutlich angesprochen werden, die aus seiner Sicht als problematisch gelten, so der Historiker in seiner Rede. Dezidiert zählte er auf, welche Fehler es nach seiner Meinung in der Gründungsphase gegeben habe. Dabei kritisierte er unter anderem, dass die Universität Potsdam lediglich eine Umgründung, nicht jedoch eine Neugründung war. Die Übernahme eines großen Teils des Personals aus Vorgängereinrichtungen der Hochschule, in der Regel unbefristet geschlossene Änderungsverträge und eine mangelnde fachliche sowie halbherzige Stasi-Überprüfung der Beschäftigten seien kein leichtes Erbe gewesen. „Der unverzeihliche Mangel, dass die fachliche Eignung der übernommenen wissenschaftlichen Mitarbeiter 1991 und 1992 nicht geprüft, sondern pauschal festgestellt wurde, führte in Kombination mit den unbefristeten Verträgen nahezu aller Mitarbeiter vor allem im akademischen Mittelbau zu einer langfristigen Blockade, die eine gezielte Nachwuchsförderung für Jahrzehnte unmöglich machte“, resümierte Görtemaker.

Die Ausführungen sorgten anschließend für Gesprächsstoff an der Universität. In ihrem Jubiläumsjahr nutzte die Hochschule die Gelegenheit, sich mit ihrer eigenen Geschichte nochmals kritisch auseinanderzusetzen. Ein Symposium mit prominenten Gesprächspartnern, das im Dezember 2016 stattfinden fand, diskutierte Entwicklungen an der Universität Potsdam in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre unter gesamtdeutscher Perspektive und ordnete damalige Entscheidungen und Prozesse ein.
Die durch Neujahresempfang und Symposium angestoßene Debatte setzt sich bis in die Gegenwart fort und wird hier dokumentiert.

Die Rede von Prof. Dr. Manfred Görtemaker finden Sie hier.

Die Rede von Prof. Oliver Günther, Ph.D. finden Sie hier.