Test (Moodle)
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Es ist eine nahe liegende Feststellung, dass Tests in Lehr-Lernzusammenhängen nützlich sein können. Sie geben Lehrenden und Institutionen einen Eindruck vom Kenntnisstand Lernender und sie zeigen den Teilnehmenden, wo sie stehen. Man kann Tests allerdings durchaus auch jenseits von Strategien der Leistungsbewertung einsetzen. Sie sind vielseitig und kreativ nutzbar, um abwechslungsreiche digitale Lernumgebungen zu gestalten. Für Testvorhaben bietet Moodle Kursleiter/-innen folgende Möglichkeiten:
- Tests können online und damit ohne "Papier- aufwand" stattfinden.
- Es sind mehrere Aufgabentypen verfügbar, mit denen Tests kreativ und abwechslungsreich gestaltet werden können.
- Rückmeldungen auf falsch oder richtig beantwortete Fragen können individuell bestimmt werden. Es gibt also die Möglichkeit, Feedbacks jenseits von "Falsch!" und "Richtig!" zu geben.
Der Arbeitsaufwand für die Durchsicht und die Kontrolle von Tests ist vergleichsweise gering. Sie können sich alle Vorteile der digitalen Testauswertung zunutze machen.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Ideen für die Praxis
[bearbeiten] Unterstützende Tests
Training
Tests können so konzipiert werden, dass es nicht in erster Linie um eine Einschätzung geht, sondern darum, den Lernenden selbstgesteuertes Üben zu ermöglichen. Im Sprachunterricht können Tests beispielsweise verwendet werden, um das Training bestimmter grammatikalischer Strukturen (Beispiel: Wie werden unregelmäßige Verben konjugiert?) oder eines bestimmten Wortschatzes zu unterstützen. Im Rahmen eines online-unterstützten Deutschkurses am Sprachenzentrum der Universität Potsdam stehen den Teilnehmenden eine Reihe von thematisch geordneten "Übungspaketen" zur Unterstützung des individuellen Lernprozesses zur Verfügung. Tests zu Übungszwecken sollten frei zugänglich und beliebig oft wiederholbar sein.
Aktivierung
Insbesondere bei Vorlesungen mit umfangreichem inhaltlichen Input ist es für Studierende zum Teil nicht einfach, von passivem Zuhören auf aktives Umgehen mit den Inhalten "umzuschalten". Kleine Testsequenzen, die in einen Moodle-Kurs integriert sind, können helfen, Konzentration und Motivation zu erhöhen. Sie vermitteln den Teilnehmenden außerdem Informationen darüber, an welchen Stellen sie bereits sicher sind und welche Inhalte sie beim Lernen noch vertiefen sollten.
Probeklausur
In einigen Fachbereichen gibt es Klausuren, die regelmäßig, ja fast „traditionell“ von zahlreichen Misserfolgen begleitet werden. Das Bereitstellen einer Probeklausur im Testformat könnte dem entgegenwirken. Es ist denkbar, ältere Klausuren als
Vorlagen zu verwenden.
Testerstellung als Übung
Sengstag und Miller (2005) machen den Vorschlag, Studierenden die Aufgabe zu geben, selbst einen Multiple-Choice-Test zum Veranstaltungsthema zu entwerfen. Erprobt wurde diese Vorgehensweise im Rahmen einer Biologie-Vorlesung.
Um die Aufgabe bewältigen zu können, müssen die Lernenden sich intensiv mit den Inhalten auseinander setzen und gleichzeitig ergebnisorientiert arbeiten. Die Tests können kooperativ erstellt werden. Die geleistete Arbeit kann vom Dozenten in die Leistungsbewertung einbezogen werden. Die Bearbeitung einer Aufgabe in diesem Stil stellt aus unserer Sicht eine interessante Alternative zur ausschließlichen Reproduktion von Wissen dar.
[bearbeiten] Überprüfende Tests
Textkenntnis sicherstellen
In vielen Lehrveranstaltungen ist es wichtig, dass ein bestimmtes Pensum an Fachtexten von den Studierenden bewältigt wird. Offensichtlich gibt es in Bezug auf solche Aufgaben häufig ein Motivationsproblem. Maret Keller (Diplom-Kulturwissenschaft-lerin) schlägt vor, Testfragen zu verwenden, um zu überprüfen, ob und wie intensiv die geforderten Fachtexte gelesen wurden.
Vorwissen einschätzen
In vielen Zusammenhängen ist es sinnvoll, festzustellen, auf welchem fachlichen „Stand" sich Lernende befinden, um ihnen geeingnete inhaltliche Angebote machen zu können. Auch dafür können Moodle-Tests verwendet werden. Im Bereich der Slawistik am Sprachenzentrum der Universität Potsdam wurde diese Option für die Sprachen Russisch und Polnisch bereits erfolgreich dafür genutzt, Studierende in passende Kurse einzustufen. (Verantwortlich: Dr. Marianne Auerbach.)
[bearbeiten] Hinweise zur Test-Erstellung
Tests können einen mehr oder weniger großen Umfang haben. Sie können aus ein paar wenigen Fragen bestehen, oder sie können das Ausmaß einer Klausur annehmen. Beide Varianten können mit Moodle umgesetzt werden.
Die Erstellung eines Tests kann aufwendig sein. Es ist zunächst sinnvoll, sich intensiv mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auseinander zu setzen.
Folgende Übungstypen können in einen Moodle-Test integriert werden:
- Berechnung (für mathematische Aufgaben)
- Freitext (Produktion eines längeren Texte gefordert)
- Kurzantwort (Eingabe von Stichworten gefordert)
- Lückentext (Ergänzung von Lücken gefordert)
- Multiple Choice (Auswahl einer Antwort aus mehreren Alternativen gefordert)
- Wahr/Falsch (Entscheidungsfragen werden gestellt)
Die verschiedenen Fragetypen können beliebig miteinander kombiniert werden. Mit Moodle erstellte Testfragen können einem "Fragenpool" zugeführt und für spätere Testvorhaben immer wieder verwendet werden.
Achtung! Ein Moodle-Test ist nur auf der Moodle-Plattform selbst nutzbar. Wenn es darum geht, einen Test an anderer Stelle (etwa auf der Homepage im Universitäts-Web, in einem Dokument oder auch auf einer CD-Rom) einzubinden, ist es sinnvoller, die Autorensoftware Hot Potatoes zu verwenden. Das Programm ist registrierungspflichtig, aber im Lehr-Lernkontext kostenfrei zu nutzen. Auch eine Kombination ist möglich: Hot-Potatoes-Übungen können in einen Moodle-Kurs integriert werden. Entscheidend ist, welche Anwendung Sie bevorzugen. Es lohnt sich in jedem Fall, beides einmal auszuprobieren.
Hot Potatoes zum Download und Informationen zum Programm finden Sie hier: http://www.hotpotatoes.de/
Sollen die Studierenden Testfragen oder komplette Tests entwerfen, ist eine vorherige technische Einweisung unumgänglich.
[bearbeiten] Didaktische Funktionen
Tests können dort eingesetzt werden, wo es um Einstufung, Leistungsbewertung, Zertifizierung und Selbstevaluierung von Lernenden geht. Sie können außerdem auch genutzt werden, um Impulse zu geben, Abwechslung zu schaffen und einen aktiven Umgang der Lernenden mit den Inhalten zu fördern. Die Anwendung als Mittel der Leistungsbewertung sollte allerdings gut durchdacht werden. Tests übermitteln immer lediglich einen Ausschnitt vom individuellen „Lernstand" der Studierenden. Ein vollständiges Bild lässt sich durch die Betrachtung von Testergebnissen allein nicht herstellen. Es ist allerdings denkbar, Testergebnisse in eine gezielte und individuelle Lernberatung einzubeziehen.
[bearbeiten] Links und Literaturhinweise
- Viele hilfreiche Tipps und technische Hinweise für die Nutzung von Moodle, unter anderem eine ausführliche Anleitung zur Testerstellung findet man auf dem LehrerInnen Fortbildungs Server der Baden-Württembergischen Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen: http://lehrerfortbildung-bw.de/elearning/moodle/
- Eine ausführliche Beschreibung zur Testerstellung auf Moodle finden Sie hier: http://lehrerfortbildung-bw.de/elearning/moodle/ module/lernaktivitaeten/quiz/test.pdf
- Kerres, Michael: Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung, München 2001.
- Sengstag, Christian; Miller, Damian: Von der klassischen Vorlesung zur E-Bologna-Veranstaltung, 2005. http://www.e-teaching.org/lehrszenarien/vorlesung/sengstag_miller.pdf
- Winteler, Adi: Professionell lehren und lernen - Ein Praxisbuch, Darmstadt 2008.
Zu weiteren Moodle-Funktionen:
