Lektion (Moodle)

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„Jemandem eine Lektion erteilen“ ... diese Redewendung macht die Missverständlichkeit des Begriffs deutlich. Man bringt ihn leicht mit einer sehr bedenklichen Auslegung von lehrendem Handeln in Verbindung. Lehrende treten darin als „strafende Erzieher/-innen“ auf. Der Begriff scheint mit der Idealvorstellung von kreativem, selbstgesteuertem Lernen auf den ersten Blick also nicht so recht vereinbar zu sein. Hinter dem Titel verbirgt sich allerdings ein nützliches Moodle-Werkzeug. Man verwendet es, um Inhalte in kompakter und strukturierter Form für das Internet aufzubereiten. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand können Informationsseiten hintereinander geschaltet und miteinander verlinkt werden. „Lektion" ist dabei lediglich die Bezeichnung für die Funktion an sich. Der Titel für eine gestaltete Lektion kann frei gewählt werden.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Ideen für die Praxis

Die Moodle-Funktion „Lektion“ ist vielseitig. Die folgenden Beispiele sollen Ihnen einen Eindruck von der Bandbreite der Möglichkeiten für den Einsatz im Lehr-Lern-Kontext geben und Sie dazu inspirieren, eigene Ideen zu entwickeln.

Lehrbuch-Ersatz

Das Sprachenzentrum der Universität Potsdam bietet seit dem Wintersemester 2008/09 einen Deutschkurs als Blended-Learning-Version an. Als virtueller Veranstaltungsort wurde die Moodle-Plattform gewählt. Die Funktion "Lektion" wurde dafür genutzt, ein interaktives Lehrbuch für die Grundstufe zu kreieren. Eine Lektion hat dabei eine ähnliche Bedeutung wie ein Kapitel in einem Lehrbuch. Schrittweise erfolgt die Vermittlung wichtiger kommunikativer und sprachlicher Mittel; es stehen Text- und Audio-Beispiele und Übungen zur Verfügung. Mit Hilfe der Funktion "Lektion" lassen sich Lernmaterialien herstellen, die auf die Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten sind, und die beinhalten, was Lehrenden besonders "am Herzen" liegt.

Vertiefung

Lektionen können in online-unterstützten Lehrveranstaltungen auch punktuell dort eingesetzt werden, wo es darum geht, wichtige Inhalte noch einmal zu vertiefen, bzw. auf bestimmte Zusammenhänge gesondert hinzuweisen, etwa innerhalb von Prüfungsvorbereitungsphasen.

Lernende für Lernende

Denkbar ist auch ein "Rollentausch": Lernende erhalten den Auftrag, eine Lektion zu einem bestimmten Thema für Lernende zu entwerfen. Die Lektion kann auf eine spezifische Zielgruppe zugeschnitten werden, etwa auf eine bestimmte Klassenstufe in der Schule, auf Studienanfänger oder Mitstudierende, die sich auf eine Klausur vorbereiten wollen. Um der Aufgabe gerecht zu werden, müssen die Autor/-innen sich sehr intensiv mit den Inhalten auseinandersetzen. Es ist notwendig, eine geeignete Struktur zu finden und passende Ausdruckformen zu wählen. Es handelt sich also um eine komplexe Aufgabenstellung, die sich auch gut als Gruppenarbeit arrangieren lässt. Als besonders geeignet erscheint diese Methode für Lehrveranstaltungen im Bereich der Ausbildung schulischer und außerschulischer Lehrkräfte. Aber auch außerhalb des pädagogischen Kontextes kann man darauf zurückgreifen.

Erstellung einer Lektion parallel zur Lehrveranstaltung

Die Lektion-Funktion kann des Weiteren dazu genutzt werden, den Lernprozess von Teilnehmer/-innen an Lehrveranstaltungen zu dokumentieren. Studierende können damit beauftragt werden, im Anschluss an eine Sitzung (Vorlesung oder Seminar) zentrale Erkenntnisse auf einer Lektionsseite zu dokumentieren. Als Ergebnis erhält man am Ende statt einer Reihe von separaten Protokollen eine zusammenhängende thematische Übersicht. Im Zentrum stehen dann nicht Diskussionen und Verständigungsprozesse aus Lehrveranstaltungen, sondern lediglich inhaltliche Ergebnisse. Entscheidet man sich für dieses Modell, ist es notwendig, den Mitwirkenden einen entsprechenden Status zu verleihen und sie als virtuelle „Lehrassistenten" oder "Kursleiter" zu autorisieren.

[bearbeiten] Hinweise zu Aufwand und Gestaltung

Aufwand

Den Korpus einer Lektion zu erstellen und verschiedene Kapitel miteinander zu verknüpfen, erfordert ein gewisses Know-How, ist aber nicht aufwendig. Der größere Aufwand liegt in der Auswahl und Aufbereitung der Inhalte. Alles in allem stellt es ein größeres Projekt dar, eine Lektion zu gestalten. Man sollte die Moodle-Funktion aber trotzdem in erster Linie als Arbeitserleichterung verstehen, wenn man den Aufwand mit dem vergleicht, der mit der Erstellung einer Webseite verbunden ist. Sollen Studierende selbständig an einer Lektion arbeiten, ist es notwendig, ihnen vorab eine ausführliche technische Einführung zu geben.

Gestaltung

Die Informationsseiten, aus denen eine Lektion besteht, können beliebig mit Texten, Tabellen, Bildern, Links und Übungen bestückt werden. Kreative Ideen sind gefragt. Nach Bedarf werden zusätzlich Frageseiten eingebunden, die von den Teilnehmenden erfolgreich bearbeitet werden müssen, bevor sie mit der Ansicht der Lektionsseiten fortfahren können. Den Lernenden kann mit dieser Moodle-Funktion eine Benutzeroberfläche zur Verfügung gestellt werden, mit der sich einfach umgehen lässt und die mit aufwendiger produzierten Webseiten durchaus mithalten kann.

[bearbeiten] Didaktische Funktionen

Mit Hilfe von Lektionen können Inhalte für das Internet übersichtlich präsentiert, strukturiert und verknüpft werden. Lektionen rücken die Inhalte von Vermittlungsprozessen in den Vordergrund. Dabei gibt es verschiedene Orientierungsmöglichkeiten. Es kann das hervorgehoben werden, was für das jeweilige Thema als besonders relevant gilt, wobei die Einschätzung von den Lehrenden getroffen wird. Eine Alternative besteht darin, Lektionen zu erstellen, die lediglich eine Art inhaltlichen Rahmen (ein “Gerüst”) enthalten, und die während der Lehrveranstaltung weiter entwickelt und verändert werden. Auf diese Weise können Impulse der Teilnehmenden aufgegriffen, ihre Interessen und Bedürfnisse einbezogen werden. Wenn die Teilnehmenden selbst entscheiden sollen, ob und wann sie mit der Auseinandersetzung der auf den Informationsseiten dargebotenen Inhalte fortfahren möchten, sollte auf das Einbinden von Frageseiten verzichtet werden. Eine herkömmliche Moodle-Lektion ist eher für das Einzellernen geeignet. Mit einer entsprechenden Arbeitsanweisung versehen, kann sie allerdings durchaus auch für kooperationsfördernde Methoden eingesetzt werden.

[bearbeiten] Weitere Möglichkeiten, Alternativen

Vertiefende Auseinandersetzungen mit Lehrveranstaltungsinhalten lassen sich auch mit Hilfe von anderen Moodle-Funktionen fördern. Tests dienen hauptsächliche der Leistungsüberprüfung, wobei sie sich auch als Mittel zur individuellen Lernfortschritts-evaluierung anlegen lassen. Außerdem bietet Moodle das Format "Lernpaket". Mit diesem Hilfsmittel können mehrere ausgewählte Online-Elemente hintereinander geschaltet werden, wenn erreicht werden soll, dass diese zur Kenntnis genommen werden. Die Elemente müssen ein bestimmtes Format besitzen, sie können aber ganz unterschiedlich geartet sein (Bsp.: Webseiten, Flash-Präsentationen, Mindmaps, Übungen). Die Lernenden können statt der Erstellung einer Lektion auch die Aufgabe erhalten, ein Wiki oder einen Test aufzusetzen.

[bearbeiten] Links und Literaturtipps

Hinweise zur Verwendung weiterer Moodle-Funktionen finden Sie auf folgenden Seiten:

Persönliche Werkzeuge
AG eLEARNiNG