Arbeitsmaterialien (Moodle)

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Um selbstorganisiertes Studieren möglich zu machen, sind unterstützende Materialien unverzichtbar. Keine Lehrveranstaltung kommt ohne Seminarplan, Literaturliste und Fachtexte aus. Oft ist für die Studierenden ein erheblicher Zeitaufwand damit verbunden, diese Dinge zu beschaffen. Lernplattformen bieten nützliche Funktionen dafür, den Zugang für die Teilnehmer/-innen zu erleichtern. Nicht nur Materialien in Textform lassen sich hier unterbringen, sondern auch Links, Grafiken, Videodateien oder Podcasts. Moodle bietet für diese Aufgaben eine benutzerfreundliche Arbeitsoberfläche.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Ideen für die Praxis

Die Funktion "Arbeitsmaterialien" ist vielseitig. Die folgenden Beispiele sollen Ihnen einen Eindruck von der Bandbreite der Möglichkeiten für den Einsatz im Lehr-Lern-Kontext geben und Sie dazu inspirieren, eigene Ideen zu entwickeln.

"Konservierung" von Lehrveranstaltungen (Vgl. Sengstag/Miller 2005)
Sengstag und Miller stellen das Konzept einer Biologie-Lehrveranstaltung vor, in der Video-Streamings zum Einsatz gebracht wurden, um abwesende Teilnehmer/-innen nicht nur an den Informationen teilhaben zu lassen, sondern ihnen gleichzeitig einen audiovisuellen Eindruck von der Vorlesung zu verschaffen. Denkbar ist natürlich auch die Anfertigung von reinen Audioaufnahmen und die Bereitstellung als Podcast. Diese Materialien sind von den Studierenden insbesondere in Phasen der Prüfungsvorbereitung gut zu verwenden.

Online-Sitzungsprotokolle
Die Anfertigung von Protokollen durch die Teilnehmer/-nnen ist für Seminare fast schon ein "Klassiker". Interessant für Lehr-Lern-Situationen sind sie dadurch, dass sie die individuelle Sichtweisen der Teilnehmenden auf die Lehrveranstaltung und die Inhalte zum Ausdruck bringen. Außerdem kann es für Studierende und Lehrende sehr hilfreich sein, auf die Gedanken und Diskussionen aus vergangenen Sitzungen jederzeit zurückgreifen zu können. Die Online-Bereitstellung dieser Dokumente ermöglicht einen einfachen Zugriff für alle Teilnehmer.

Hörbeispiele für den Sprachunterricht
Im Rahmen eines online-unterstützten Kurses für Deutsch als Fremdsprache am Sprachenzentrum der Universität Potsdam (verantwortlich: Christoph Lehker) werden in den Moodle-Kurs eingebundene Audio-Dateien dazu verwendet, den Lernenden ein Hörverstehenstraining zu ermöglichen, das sie unabhängig von der Präsenzveranstaltung durchführen können. Kurssequenzen, in denen phonetische Besonderheiten der Sprache thematisiert werden, erhalten durch Hörbeispiele eine sinnvolle und „lebendige“ Ergänzung.

Kommentierte Linksammlungen
In Form von Links zu themenverwandten Webseiten, die mit Kommentaren versehen werden, können die Teilnehmer/-innen Anregungen erhalten, sich über den Rahmen der Lehrveranstaltung hinaus im fachlichen Gebiet zu bewegen und zu recherchieren. Im Kontext des Fremdsprachunterrichts könnte man zum Beispiel auf Zeitungen und Radiosendungen des zielsprachigen Landes verweisen. In vielen fachlichen Zusammenhängen lassen sich Links zu interessanten Forschungsprojekten, Literaturdatenbanken oder Blogs setzen.

Teilnehmer/-innenpartizipation
Stehen ihnen entsprechende administrative Rechte zur Verfügung, können auch die Studierenden selbst, im Sinne kooperativer Arbeitsformen, auf der Moodle-Plattform Dokumente oder sonstige Dateien präsentieren. Es besteht die Möglichkeit, den Teilnehmer/-innen den virtuellen Status von LehrassistentInnen zu verleihen. Auf diese Weise können sie sich aktiv an der Kursgestaltung beteiligen. Die Produktion von Arbeitsmaterialien, etwa das Anlegen einer kommentierten Linkliste zu einem Thema der Lehrveranstaltung, kann als eine verbindliche Aufgabe formuliert werden. Die Arbeitsergebnisse landen bei dieser Variante nicht in irgendeiner Schublade, sondern werden für alle sicht- und nutzbar gemacht.

Größere Projekte
Online-Arbeitsmaterialien können auch im Rahmen größerer Projekte von Studierenden hergestellt werden. Lehrende können beispielsweise dazu anregen, einen Podcast zu einem Seminarthema zu produzieren.

[bearbeiten] Didaktische Funktionen

Die Bereitstellung von Online-Arbeitsmaterialien bedeutet für die Teilnehmer/-innen eine organisatorische Entlastung. Gefördert wird ein freier, selbstbestimmter, räumlich und zeitlich unabhängiger Umgang mit den Inhalten von Lehrveranstaltungen. Online-Arbeitsmaterialien können Studierende motivieren und ihnen vielfältige Anregungen dazu geben, über den "Horizont" der Lehrveranstaltung hinaus zu blicken und zu einer eigenen Perspektive auf die Inhalte zu gelangen.

[bearbeiten] Weitere Möglichkeiten, Alternativen

Funktionen zur Bereitstellung von Materialien bietet jede E-Learning-Plattform. (Beispiele: | Blackboard, | ILIAS, Moodle, | sTeam.) Auch auf Webseiten (Beispiel: Homepages der Institute, der Professuren oder einzelner Mitarbeiter) und Blogs (Beispiel: der physikBlog unter http://www.physikblog.eu/) können Dokumente, Links und sonstige Dateien angeboten werden. Es existieren außerdem für die Hochschullehre konzipierte Online-Plattformen, die ausschließlich dafür gedacht sind, dort Dokumente hochladen und austauschen zu können. Ein Beispiel ist die Applikation "EVA" (Einfache virtuelle Ablage"), die von der ETH Zürich genutzt wird.

[bearbeiten] Tipps und Beachtenswertes

  • Stichwort Aufwand

Der Aufwand für Lehrende richtet sich nach dem Material. Bereits digitalisierte Textdokumente oder Links sind mit ein paar Klicks in die Moodle-Plattform eingebunden. Eigens angefertigte Audio- und Videodateien können in ihrer Produktion aufwendig sein. Eine allgemeine Anleitung finden Sie auf dem How-to-Dokument "Arbeitmaterialien" der AG eLEARNiNG. Sollen die Lernenden selbst Arbeitsmaterialien anlegen, ist vorab eine entsprechende technische Einweisung notwendig.

Die Verwendung von Buchtexten, Zeitungsartikeln, Bildern oder Audio- und Videodokumenten unterliegt den strengen Nutzungsbedingungen des Urheberrechtsgesetzes (UrhG). Im Rahmen der Hochschullehre und vor allem des E-Learnings erlaubt das Gesetz jedoch die „öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung“ (§ 52a UrhG) das Einstellen geschützer „Werke geringen Umfangs“ in eine Online-Lernumgebung, ohne dass dafür Lizenzgebühren gezahlt werden müssen. Auch komplette Monographien gelten als solche Werke. Wichtig ist, dass die Bereitstellung vorübergehend ist und dass sich der Zugriff auf einen bestimmten Personenkreis beschränkt. Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, Quellenverweise nicht nur Texten, sondern auch verwendeten Bildern, Musikdateien oder Videomitschnitten beizufügen, wenn diese aus dritter Hand stammen. Im Zweifelsfall ist das Nutzungsrecht für Gesamtwerke beim Inhaber der Rechte zu erfragen. Das Setzen von Hyperlinks auf Quellen im Internet ist urheberrechtlich hingegen einwandfrei, da diese nichts anderes als einen korrekten Quellenverweis darstellen.

[bearbeiten] Links und Literaturhinweise

  • Das Informationsportal e-teaching.org versorgt Sie mit zahllosen informativen Artikeln, Tipps, Referenzbeispielen und mit weiterführenden Literaturhinweisen. Zum Thema „Mediengestaltung“: http://www.e-teaching.org/didaktik/gestaltung/
  • Viele hilfreiche Tipps und technische Hinweise für die Nutzung von Moodle findet man auf dem LehrerInnen Fortbildungs Server der Baden-Württembergischen Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen: http://lehrerfortbildung-bw.de/elearning/moodle/
  • Kerres, Michael: Multimediale und telemediale Lernumgebungen. Konzeption und Entwicklung. München 2001.
  • Voß, Britta; Kerres, Michael: Methoden und Medien, in: Faulstich-Wieland, Hannelore; Faulstich, Peter (Hrsg.): Grundkurs Erziehungswissenschaft, Hamburg 2008.

Praktische Hinweise zu anderen Moodle-Funktionen finden Sie auf folgenden Seiten:

Persönliche Werkzeuge
AG eLEARNiNG