Institut für Religionswissenschaft

Profil

Lehre


Im Bachelor Religionswissenschaft werden Grundbegriffe des Religiösen und die Europa prägenden, sogenannten Abrahamitischen Religionen gelehrt: Judentum, Christentum und Islam. Sie werden sowohl in ihrem Selbstverständnis als auch in der Außenperspektive dargestellt. Den Beziehungen und Ähnlichkeiten von Judentum und Christentum ist ein eigener Masterstudiengang Judentum und Christentum im kulturellen Kontext gewidmet.

Flyer für den Bachelor ReligionswissenschaftIllustration Flyer für den Master Judentum und Christentum im Vergleich/im Kulturellen Kontext Illustration

Profil


Die drei Professuren sind weder geographisch noch disziplinär, sondern nach Religionen gegliedert: Religionswissenschaft mit Schwerpunkt rabbinische Theologie, Religionswissenschaft mit Schwerpunkt Christentum, Religionswissenschaft mit Schwerpunkt jüdische Religionsgeschichte. Die innere Vielfalt von Judentum (Messianismus, Chassidismus, Haskala) und Christentum (orthodox, katholisch, reformatorisch) wird durch eigene Lehrveranstaltungen repräsentiert.

Kompetenz Religionsvergleich


Diese Spezifika verleihen der Religionswissenschaft in Potsdam ein in der deutschen Wissenschaftslandschaft einzigartiges Profil: Die Religionen werden in ihrer systematischen und historischen Gesamtgestalt dargestellt. Am Institut verdichten sich vielerlei Kompetenzen zur Elementarisierung der Stoffe, was eine intensive komparatistische Zusammenarbeit auf Augenhöhe ermöglicht. Sie hat sich in der noch jungen Geschichte der Potsdamer Religionswissenschaften bereits in einer Vielzahl an interreligiösen Seminaren (z.B. zu Riten, zu Orten), Ringvorlesungen (z.B. zum Umgang mit der gleichgeschlechtlichen Liebe, zum Teufel, zu Paulus), Fachtagungen (z.B. zur Kabbala, zum Rechtsextremismus, zu Manieren) und Exkursionen (z.B. nach Litauen, Polen, Israel, Indien, Rom, Ukraine) niedergeschlagen.

Innenperspektive von Außen


Neben der fachwissenschaftlichen Erforschung von Christentum und Judentum bedarf es derzeit zunehmend der Erforschung von Darstellung und Rezeption der Religionen. Sie ist umso notwendiger, je mehr die Religionen heute als Ganzheiten dargestellt werden („das Christentum“, „das Judentum“) und durch die Globalisierung viele Lokaltraditionen abgeschliffen werden. Dies führt oft zu schroffen Gegenüberstellungen der Weltreligionen, die in ihren Teil- und Volkstraditionen viel mehr gemeinsam haben, als es die Gesamtdarstellungen nahe legen.
Da die Religionen mit authentischen Vertretern besetzt sind, können die Differenzen von offizieller Religion und praktizierter Volksfrömmigkeit besonders intensiv und im Direktvergleich untersucht bzw. unterrichtet werden.
Ein Vorteil der Potsdamer Konstellation liegt darin, dass hier Judentum und Christentum weder konfessionell noch religionsdistanziert gelehrt, sondern die Innenperspektiven dieser Religionen für Außenstehende plausibel gemacht werden, da - anders als in evangelischen oder katholischen Fakultäten - die Mehrzahl der Hörer konfessionslos ist.

Vernetzungen


Neben Bremen ist Potsdam der einzige Standort, an welchem Religionswissenschaft auch in der Ausbildung von Religionskundelehrern eine Rolle spielt. Die Nachbarschaft zu Studierenden der Jüdischen Studien und Rabbinerstudierenden bereichert das studentische Leben. Auf der Grundlage des Gutachtens des Wissenschaftrates von 2010 und der aktuellen Studierendenzahlen gehört die Potsdamer Religionswissenschaft neben Heidelberg und Bremen zu den großen Standorten in Deutschland. Einige Institute, die dauerhaft Forschung und Lehre für Potsdamer Religionswissenschaftler öffnen und anbieten sind: das Abraham-Geiger-Kolleg, das jedes Jahr einen Gastprofessor stellt - Prof. Kosman bekleidet dort die Funktion des Studiendirektors, Rabbiner Dr. Homolka wurde im SS 2007 zum Honorarprofessor der Philosophischen Fakultät ernannt, das Corpus Coranicum. Bei Fragen der Bibliotheksausstattung, der Kongressplanung u.a. arbeiten das Geiger Kolleg und das Institut eng zusammen. Das Corpus Coranicum (eine Forschungsstelle der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zur Erforschung von Koran-Handschriften), das Moses-Mendelssohn-Zentrum, das sich auf die Erforschung der deutsch-jüdischen Geschichte in der Moderne konzentriert, das Kanonistische Institut, in dem Fragen des Religionsrechts behandelt werden, das Institut Espace, wo das Verhältnis Religion und Politik thematisiert wird, der Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, welcher einen Schwerpunkt in der Beziehung der römischen Religion zum Christentum besitzt. Zum Seminar für Katholische Theologie und zum Institut für Religionswissenschaft der FU Berlin pflegen wir gute Kontakte.
Darüber hinaus findet bei uns die Ausbildung von Lehrkräften für das Fach Lebensgestaltung, Ethik und Religionskunde statt. Der Bedarf an LER-Lehrer/innen wird nach Aussagen des MBJS im Jahre 2013 noch zunehmen. Mit der LER-Ausbildung kann man auch in anderen Bundesländern v.a. Berlin - Ethik unterrichten.

Kontakt

Universität Potsdam
Institut für Religionswissenschaft
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam

Ansprechpartner
Grzegorz Kujawa

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