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Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa

Lars Rensmann/Julius H. Schoeps (Hg.)
Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa
Berlin 2009, 514 S.
ISBN 978-3-86

Gibt es einen »neuen Antisemitismus« in Europas Demokratien? Entgegen dem Trend der Nachkriegsentwicklung verweisen empirische Erhebungen auf eine Zunahme antisemitischer Vorurteile auch bei jungen Menschen. Zudem ist die Zahl antisemitischer Straftaten seit der Jahrtausendwende in fast ganz Europa gestiegen. Der Band versucht, diesem Phänomen auf den Grund zu gehen. Er versammelt ein breites Spektrum von internationalen Politik- und Sozialwissenschaftlern, die das Problem in elf Länderstudien sowie in vergleichenden Untersuchungen erstmals im europäischen Kontext analysieren.
Die vorliegenden Befunde liefern ein umfassendes Bild von Form und Ausmaß des Antisemitismus in Europa. Sie zeigen, dass sich antijüdische Feindbilder einerseits als erstaunlich beharrlich erweisen und andererseits in jüngster Zeit neue Schübe erhalten haben.






Pressestimmen



"Antisemitismus, das zeigen zahlreiche Studien und Umfragen, ist in Europa nach wie vor weit verbreitet. Mehr noch, empirische Studien weisen eine Zunahme antisemitischer Vorurteile nach, die Zahl entsprechender Straftaten ist in den vergangenen Jahren in fast allen Ländern Europas gestiegen. Über die Verstetigung und die quantitative Zunahme antisemitischer Vorurteile hinaus, das zeigt dieser Sammelband, hat der Antisemitismus in Europa seit dem Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2000 aber auch eine bedeutende Veränderung erfahren, sodass die Herausgeber eine „neue Welle und Konfiguration des Antisemitismus“ (26) konstatieren. Eine der zentralen Fragen des Bandes lautet daher, ob es in den europäischen Demokratien einen neuen Antisemitismus gibt. Die Autoren setzen sich in elf Länderstudien und mehreren vergleichenden Untersuchungen mit den veränderten Erscheinungsformen und der Bedeutung von Antisemitismus in der Europäischen Union, aber auch in der Schweiz und der Ukraine auseinander. Deutlich wird, dass antijüdische Feindbilder einerseits grenzübergreifend fest verankert sind und andererseits das Phänomen Antisemitismus neue Schübe erhalten hat. Denn wenngleich verschiedene Formen existieren, so ist zurzeit vor allem ein israelfeindlicher Antisemitismus von besonderer Bedeutung, der sich des Nahostkonflikts und Israels als Medium sowie der Codes Zionismus und Globalismus bedient. Israel dient dabei als Projektionsfolie für den Antisemitismus verschiedenster politischer Lager, als Feindbild wird es sowohl von extrem rechten und islamistischen Gruppen als auch von extrem linken Organisationen benutzt. Die Autoren untersuchen das Phänomen Antisemitismus erstmalig im gesamteuropäischen Kontext aus politik- und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Neben einem hervorragenden Überblick, der nicht nur Westeuropa und insbesondere den deutschsprachigen Raum, sondern auch Skandinavien sowie Süd- und Osteuropa abdeckt, bietet der Band zudem auch neue methodische Zugänge."

Zeitschrift für Politikwissenschaft, erschienen online 11. 09. 2008.

http://www.verlagberlinbrandenburg.de/






Letzte Änderung: 6-.-0.2011 28: 1:6:, André Gräfe Impressum