Institut für Anglistik und Amerikanistik

Tagungen und Vorträge

 

To talk like a book. Wie stehen Schriftlichkeit und Mündlichkeit im Englischen zueinander?

Antrittsvorlesung von Frau Prof. Dr. Ilka Mindt

7. Juli 2010, 18 Uhr, Neues Palais 11.0.09

 

Dass das Englische als weltweit verbreitetste Sprache sich fortwährend verändert, ist einsichtig. Dass es dabei zahlreichen Einflüssen unterliegt, auch. Weniger offen liegt hingegen das Verhältnis von schriftlicher und mündlicher Sprache innerhalb des Englischen zu Tage. In ihrer Antrittsvorlesung am 7. Juli nimmt sich Prof. Dr. Ilka Mindt dieses Themas an. Anhand eines sogenannten Sprachkorpus - den gesammelten und ausgewerteten Artikeln aller Ausgaben des TIME Magazine von 1923 bis 2006 - zeigt sie, dass im Englischen in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Veränderungen stattgefunden haben. So finden sich mittlerweile "im geschriebenen Englisch Sprachmuster, die Tendenzen in Richtung Mündlichkeit oder sogar Merkmale der gesprochenen Sprache aufweisen". Zeitgleich mit technischen Neuerungen wie Mobiltelefonen oder Internet haben sich auch neue Kommunikationsformen wie SMS oder E-Mail entwickelt. Insbesondere seit den 1990er Jahren lassen sich diese mit dem Fachbegriff "Kolloquialisierung" bezeichneten Veränderungen nachweisen. Auch wenn wir bei Weitem nicht immer wie gedruckt reden, so hat sich umgekehrt doch die geschriebene Sprache an einige Formen des Mündlichen unmerklich angenähert.

Ilka Mindt wurde im Sommer 2009 als Professorin für Englische Sprache in Potsdam berufen. Nach ihrer Promotion und Habilitation in Würzburg war sie auch in Hannover und Innsbruck tätig. Schwerpunkte Ihrer Forschungsarbeit sind das gesprochene Englisch und Linguistik für den (Schul-)Unterricht, die auf der Analyse von Sprachkorpora beruhen.

Downloads:

Text und Kultur: Zum Stand der Methodenbildung in den Literatur- und Kulturwissenschaften

5. Februar 2010, 9-20 Uhr, Audimax

 

Seit geraumer Zeit beschreiben sich die Kulturwissenschaften mit einem Vokabular der Entgrenzung, das durch die Insistenz der Vorsilben „post-“, „inter-“ und „trans-“ gekennzeichnet ist. Die Gleichförmigkeit dieser Selbstbeschreibung kontrastiert mit der Neigung, den kultur- wissenschaftlichen Themendurchlauf zu beschleunigen und die theoretische Ausrichtung immer schneller zu wechseln. So verdrängt der „spatial turn“ den „iconic turn“ (oder umgekehrt), der sich seinerseits anschickt, den “performative turn” zu verdrängen, und darin mit dem „visual“ und „translational turn“ wetteifert. Was indes allen Wendungen als Invariante zugrunde liegt, ist die Fixierung auf die Methode der Differenz: ein kulturelles Explanandum soll vornehmlich als „das Andere seiner selbst“ (Dieter Henrich) erklärt werden, also durch das, worin es sich von sich selbst und von anderem unterscheidet. Das Differenz-Prinzip, das bereits den Strukturalismus prägt, hat sich in den 70er Jahren in den Literatur- und Kulturwissenschaften vor allem in Gestalt des dekonstruktiven Textbegriffs und der von Foucault neu konzipierten Wissens- und Diskursgeschichte sehr weitgehend durchgesetzt. Es beherrscht aber ebenso die Ästhetik Adornos, die Luhmannsche Systemtheorie, Lacans Berufung auf das Reale und die Nietzscheanischen Phantasien Deleuzes und Guattaris. Je stärker sich jedoch das Prinzip geltend macht, desto schneller müssen die Kulturwissenschaften ihre Themenstellung und theoretische Ausrichtung ändern.

Die Vorherrschaft der Differenzmethode wirft die Frage ihrer Kritisierbarkeit auf. Von welcher Position aus, wenn überhaupt, lässt sich die Methode beurteilen? Und welche Denkform könnte eine Alternative bieten? Der Workshop Text und Kultur soll dazu dienen, zur Lage der Literatur- und Kulturwissenschaften Abstand zu gewinnen und ihre Leistungen aus der Perspektive der Methodenbildung kritisch zu würdigen.

Downloads:

PDF-Version  
DeutschEnglish

Kontakt

Universität Potsdam
Institut für Anglistik und Amerikanistik
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam

Besucheranschrift
Institut für Anglistik und Amerikanistik
Am Neuen Palais 10
Haus 19, Erdgeschoss/1. Stock
14469 Potsdam

Tel.: 0331/977-1043
Fax: 0331/977-1526
E-Mail: angamweb@uni-potsdam.de

Universität Potsdam, Philosophische Fakultät, Institut für Anglistik und Amerikanistik