Institut für Anglistik und Amerikanistik

Forschung im Überblick

Bereichsübergreifende Schwerpunkte in Forschung und Lehre

Die Forschungsschwerpunkte des Instituts verorten sich in den Veränderungen des Literatur-, Sprach- und Kulturbegriffs unserer Zeit hinsichtlich

- eines konflikt- bzw. differenzorientierten Kulturbegriffs, der Kultur nicht als schlichtweg gegebene nationale Tradition versteht, sondern als Knoten- wie Kreuzungspunkt der Sprachen, Ordnungen, und Geschichten;

- eines Literaturbegriffs, der die Verengungen der werkimmanenten Methodik überwindet und Verfahren der Wissensproduktion, der Regelungen der Versprachlichung bzw. Medialisierung und der Text-Bild-Beziehungen einbezieht;

- eines Sprachbegriffs, der auf usage beruht, bei dem Sprache als Mittel der Verständigung und des Kulturtransfers aufgefasst wird - sowohl die alltägliche Interaktion als auch Situationen von Sprachkontakt.

Diese Schwerpunktsetzungen reflektieren einerseits zentrale Entwicklungen in den Fachwissenschaften Anglistik und Amerikanistik. Darüber hinaus ermöglichen sie interdisziplinäre Forschung und Lehre sowohl innerhalb des IAA (z.B. die Kombination variationslinguistischer Ansätze mit postkolonialer Literaturwissenschaft) als auch innerhalb der Philosophischen Fakultät (z.B. die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit im Bereich Kulturelle Begegnungsräume/Mobilisierte Kulturen). Ins Zentrum seiner Forschung stellt das IAA Formen sprachlicher, kultureller bzw. literarischer Repräsentationen, in denen sich die globale Verfasstheit der modernen Welt in ihrer aktuellen wie historischen Geprägtheit spiegelt. Eine solche Orientierung liefert zugleich das Rüstzeug für den Umgang mit den multikulturellen Umwelten, in denen wir leben und arbeiten.

Durch Sprach- und Textreflexion vermitteln Anglistik und Amerikanistik interkulturelle Kompetenz nicht bloß als Inhalt, als Wissen über fremde Kulturen (das auch angelesen oder angelernt werden könnte), sie versuchen vielmehr, Sprache(n) und Kultur(en) Großbritanniens und der U.S.A. in ihrer Interaktion mit historischen wie aktuellen Bezügen zu anderen Sprachen und Kulturen zu begreifen. Dabei werden die Sprache(n) und Kultur(en) Großbritanniens und der U.S.A. weder auf der Basis eines universalisierten Paradigmas nivelliert, noch im Sinne eines Transfers auf der Habenseite einer nationalen Tradition verbucht. Thematisiert werden ausgewählte Manifestationen von Sprache und Kultur in der interkulturellen Kommunikation, in literarischen wie anderen kulturellen Zeugnissen, in Vergangenheit und Gegenwart.

Eine solchermaßen verstandene Anglistik und Amerikanistik nutzt das vielfältige Ineinander von Eigenem und Fremden in ihren Zielkulturen, um Forschungsfragen zu komplexen Kommunikations-, Führungs- und Entscheidungsprozessen zu verfolgen Im Zentrum des Forschungsprofils des IAA steht somit der methodische reflektierte Blick auf Entwicklungen und vielfältige Ausdrucksformen kultureller Praktiken hinsichtlich

  • Interkulturalität (Mobilisierte Kulturen/Migration, Minoritätenkulturen),
  • Textualität (Textstrukturen, Gattungen, Text und Theater),
  • Intermedialität (Repräsentationsformen und Produktionen von sich verändernden kulturellen Realitäten; visuelle Kulturen, Visualisierungen),
  • Gender (Präsenz, Repräsentation und Differenz),
  • Soziale Interaktion (sprachliche Formen als Ressourcen, kollaborative Sinnherstellung).

Dieses Forschungs- (und Lehr)konzept trägt dem gesellschaftlichen Bedeutungsverlust von Literatur, dem wachsenden Stellenwert interkultureller Verständigungsprozesse sowie der medialen Verfasstheit der Zielkulturen Rechnung.

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