Auslandsstudium
Grundsätzliche Vorüberlegungen
Zeitpunkt des Auslandsaufenthaltes
Folgende Gesichtspunkte und Möglichkeiten sollten Sie in Ihre Überlegungen mit einbeziehen:
- Bei einem Auslandssemester/-jahr: Wenn Sie nicht ein volles Studium im Ausland planen, sollten Sie erst einige Semester in Deutschland studieren, bevor Sie im Ausland Studien aufnehmen.
- Den richtigen Zeitpunkt in der Studienplanung finden: Die Zeit nach Vordiplom / Zwischenprüfung oder nach vier Studiensemestern in einem Bachelor-Studiengang bietet sich für einen Wechsel an eine ausländische Hochschule an. Für gewöhnlich haben Sie sich nach dieser Zeit ausreichend in Ihrer Fachdisziplin orientiert, um beurteilen zu können, welche Studieninhalte Ihr bisheriges Studium sinnvoll ergänzen könnten. Mit dieser Zeiteinteilung ist zudem Ihre Einstufung an der ausländischen Hochschule einfacher, da Noten und Basiskenntnisse vorliegen.
- Ein Studienaufenthalt im Ausland nach Abschluss des Studiums in Form eines Aufbau-, Ergänzungs- oder Vertiefungsstudiums ist eine hervorragende Möglichkeit für Graduierte, im Ausland zusätzliche Kenntnisse zu erwerben.
- Generell empfehlenswert ist, das Auslandsstudium mit dem regulären Beginn des Studienjahres aufzunehmen, da die meisten Studiengänge nach Jahresprogrammen oder konsekutiven Modulen gegliedert sind.
Dauer des Auslandsaufenthaltes
Die Dauer Ihres Auslandsstudiums hängt vor allem von dem Ziel ab, das Sie mit dem Aufenthalt verfolgen. Dieses für sich selbst zu klären, sollte am Beginn Ihrer Überlegungen stehen. Dabei sollten Sie sich folgende Fragen beantworten
- Strebe ich einen Abschluss im Ausland an?
- Will ich ganz spezielle, fachspezifische Inhalte vertiefen?
- Suche ich praktische Erfahrungen in ausgewählten Gebieten?
- Möchte ich im Ausland unterrichten und Lehrerfahrungen sammeln?
- Will ich ausschließlich meine Sprachkenntnisse verbessern?
Im Allgemeinen wird sich der Aufenthalt zwischen drei bis fünf Monaten und einem akademischen Jahr bewegen. Bei Inanspruchnahme eines Stipendiums ist die Aufenthaltsdauer oft durch den Stipendiengeber festgelegt. Manchmal bestehen Verlängerungsmöglichkeiten.
Zu beachten ist, dass die akademischen Kalender der einzelnen Länder mitunter Unterschiede zu den in Deutschland üblichen Semesterzeiten aufweisen. Wenn Sie langfristig planen, ist ein reibungsloser Übergang vom Studium an Ihrer Hochschule zum Studium an der Gasthochschule und zurück durchaus möglich.
Sprachliche Voraussetzungen
Der Erfolg eines Auslandsstudiums hängt ganz entscheidend davon ab, ob man die Unterrichtssprache an der Gasthochschule soweit beherrscht, dass man den Lehrveranstaltungen folgen und die Selbststudienaufgaben sowie die schriftlichen Arbeiten mit vertretbarem Zeitaufwand und in der geforderten Qualität erledigen kann.
Ausländische Hochschulen und Stipendiengeber fordern deshalb häufig einen Nachweis über die Sprachkenntnisse durch Vorlage von Testergebnissen, bei denen ein bestimmter Punktestand erreicht werden muss. Sie sollten daher bei der Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt auch genügend Zeit für die Auffrischung bzw. den Erwerb notwendiger Sprachkenntnisse einplanen.
Informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten zu Sprachkursen und über die erforderlichen Nachweise.
Finanzierung
Ein Auslandsstudium verursacht immer höhere Kosten als ein Studium im Heimatland, da es mit zusätzlichen Ausgaben wie Reisekosten, Studiengebühren, höheren Lebenshaltungskosten, Auslandskrankenversicherung etc. verbunden ist.
Neben der völligen Eigenfinanzierung bieten sich als ergänzende Möglichkeiten an
- Stipendienprogramme
- Mobilitätsprogramme, z.B.
- Bildungskredit
- Auslands-BAföG
Auch wenn Sie kein Inlands-BAföG erhalten, können und sollten Sie Ausbildungsförderung für die Auslandszeit beantragen, da die Bemessungsgrenzen beim elterlichen Einkommen anders gesetzt werden. Sie können Studiengebühren bis zu 4.600 Euro pro Studienjahr als Vollzuschuss erhalten. Außerdem erhalten die Geförderten einen Auslandszuschlag, einen Reisekostenzuschlag und einen Auslandskrankenversicherungszuschlag, die jeweils zu 50% als Darlehen und zu 50% als Zuschuss gewährt werden.
Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse über Krankenversicherungsschutz im Ausland!
Anerkennungsfragen
Generell gilt, dass Ihre im Rahmen eines Auslandsstudienaufenthaltes erbrachten Leistungen an der Hochschule durch den Prüfungsausschuss Ihres Faches / Ihrer Fächer geprüft und eingeschätzt werden, an der Sie das Studium fortsetzen. Relativ unproblematisch ist die Anerkennung von Studienleistungen aus dem Ausland bei Studienaufenthalten, die über EU-Programme organisiert werden, und bei Doppel-Diplomstudiengängen oder sogenannten integrierten Studiengängen, da in diesen Fällen die Anerkennung von vornherein eingeschlossen ist. Eine Vereinfachung im Hinblick auf Anerkennung und Anrechnung der Studienleistungen bietet auch das ECTS-System, das an vielen europäischen Hochschulen Anwendung findet.
Um sicher zu gehen, dass ein Teil Ihrer Studienleistungen nach Ihrer Rückkehr anerkannt wird, sollten Sie in jedem Falle vor Antritt des Studienaufenthaltes das Gespräch mit Ihren Studienfachberatern oder mit dem Prüfungsausschuss suchen. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie nach gründlichem Studium der Lehrangebote an der Gasthochschule annähernd wissen, welche Kurse Sie dort belegen möchten.
Auch im Ausland erworbene akademische Titel werden in Deutschland nicht automatisch anerkannt. Genehmigungen zur Führung von ausländischen Titeln erteilen die Kultus- und Wissenschaftsministerien. Ebenso erhält man bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen in Bonn Auskunft zu diesen Fragen.
Aktuelle Informationen zum Auslandsaufenthalt erhalten Sie auch über unsere exchange-news-Mailinglist, in die Sie sich eintragen sollten!


