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Tagung "Soziodemografischer Wandel - Soziale und kulturelle Konsequenzen für Jugendliche"

Call for Papers

 

Für Deutschland ist ein gravierender soziodemografischer Wandel prognostiziert, die Überalterung der Gesellschaft schreitet rasch voran. Durch diese Entwicklung wird sich der (relative) Anteil der sozialen Gruppe der Jugendlichen in den nächsten Jahren verkleinern, was erhebliche Konsequenzen nach sich zieht, z.B. Gefahr einer Marginalisierung. Schon jetzt wird den jungen Generationen eine zunehmende sozialökonomische Last und eine wachsende sozialpolitische Verantwortung aufgebürdet. Aber auch kulturelle Veränderungen gehen mit dem soziodemografischen Wandel einher: Einerseits minimieren bzw. verändern sich die exklusiven Sozialräume für Jugendliche, andererseits ist auch eine Angleichung generationaler Lebensstile zu beobachten. Gleichwohl besteht der Eindruck, dass gegenwärtig das Arrangement der Generationen recht gut funktioniert. Wertekonflikte werden kaum ausgemacht, ebenso wenig begeh­ren Jugendliche gegen die gesellschaftlichen Leistungsanforderungen (z.B. im Bildungswesen) auf oder zeigen gar öffentliches Protestverhalten.

Begleitet wird der demografische Wandel von hohen Mobilitätsanforderungen bzw. strukturellen Abwanderungszwängen, insbesondere in den neuen Bundesländern. Vor allem in den strukturschwachen ländlichen Regionen müssen sich Jugendliche zwischen Gehen und Bleiben entscheiden, wobei solche Entscheidungsprozesse an individuelle, soziale und kulturelle Ressourcen gebunden sind. Es stellt sich u.a. die Frage, wie Jugendliche solche Anforderungen bewältigen und welche Differenzierungen sich z.B. nach Geschlecht, Alter, Bildung, Herkunft, Region etc. ergeben.

Die Sektion Jugendsoziologie möchte sich auf ihrer Frühjahrstagung 2007 ausführlich in zeitdiagnostischer und prognostischer Sicht damit beschäftigen, wie Jugendliche die gesellschaftlichen, demografischen Veränderungen respektive ihren sozialstrukturellen und soziokulturellen Status in der Gegenwartsgesellschaft wahrnehmen und wie sie darauf reagieren (z.B. mit erhöhter Sensibilität, mit Gleichgültigkeit, mit Rückzug, mit Abwanderung aus struktur- und kulturschwa­chen Gebieten). Es soll danach gefragt werden, welche Gestaltungsmöglichkeiten und Erprobungsräume sie für sich sehen und wie sie diese nutzen. Haben sie über­haupt eine Vision für die künftige Gesellschaft, an deren Ausgestaltung sie ja beteiligt sind bzw. sein sollten?

Außerdem wird auf der Tagung ein Austausch mit Altersforschern angestrebt, die die Sicht auf und die Erwartungen der älteren an die jüngeren Generationen einbringen sollen. Dabei geht es auch um die Frage, was die Älteren, die die Jungen mitunter als „Versorgungsinstanz“ betrachten, dafür tun (können), dass sie von den Jüngeren nicht nur als Last , sondern als Bereicherung „erlebt“ werden. Dies wäre ein Weg, um möglichen Generationskonflikten vorzubeugen. In diesem Zusammenhang soll schließlich auch gefragt werden, wie sich die kulturellen Wechselwirkungen zwischen den Generationen gestalten werden, was bzw. wie Jung und Alt voneinander lernen können und welche intergenerationalen Projekte möglich und erstrebenswert wären.

Beiträge können bis zum 30. September 2006 angemeldet werden. Bitte senden Sie den Titel und ein max. 1-seitiges Abstract an die Organisatoren per Email.

 

Adressen der Organisatoren:

Dr. Dagmar Hoffmann
Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg
FB 1: AV-Medienwissenschaft
Marlene Dietrich-Allee 11
14482 Potsdam
Tel. +49 (0) 331 6202 216
E-mail: d.hoffmann@hff-potsdam.de

Prof. Dr. Wilfried Schubarth
Universität Potsdam
Institut für Erziehungswissenschaft
PF 601553
14415 Potsdam
Tel. +49 (0) 331 977 2176
E-mail: wilschub@uni-potsdam.de

Kontakt

Universität Potsdam
Humanwissenschaftliche Fakultät
Institut für Erziehungswissenschaft
Lehrstuhl für
Erziehungs- und Sozialisationstheorie
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14415 Potsdam

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Fax: +49 331 977 2067
E-Mail: koster@uni-potsdam.de

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